5 morgen
5 mornings
von Fritz Kater
Regie: Armin Petras

Das Stück spielt in einer Zeit, in der alles schwimmt und verschwimmt. Oder auch an „einem provisorischen set mit echten kameras in der die b-besetzung vor live testpublikum und producern einen run-through spielt“: 5 Menschen an 5 Morgen. In einer Stadt wird Katastrophenalarm ausgelöst. Eine Explosion? Atomare Verseuchung? Gefährliche Viren? „Gesellschafts burnout“? Niemand weiß etwas Genaues. Scheinbar ist kein äußerer Feind für das Geschehen verantwortlich zu machen. Es ist der Zusammenbruch des Jetzt. Die negative Utopie der Implosion verwirklicht sich: Hier. Die Überraschung bleibt aus. Die Panik hält sich in Grenzen. Die Medien geben die üblichen Parolen aus und Verhaltensmaßregeln bekannt. In dieser Ausnahmesituation entwickeln fünf Menschen unterschiedliche Strategien und Techniken für Leben und Überleben. Paul, eigentlich IT-Experte, verbarrikadiert sich mit allen verfügbaren Mitteln in seinem Haus und lässt sogar die eigene Frau nicht mehr rein – aus Furcht vor Ansteckung. Das Leben und die Ehe von August und Julia, die ohnehin am Ende ist, gerät durch die Katastrophe in eine Art Teilchenbeschleuniger, als deren zusätzlicher Katalysator die Studentin Missy wirkt. Sie alle unternehmen mehr oder weniger mutige, lächerliche, absurde, traurige und am Ende auch untaugliche Versuche, ihr bisschen Leben zu retten. Dabei war das vor der Katastrophe schon verloren, leer, unbrauchbar geworden. Jetzt bekommt es für Manchen wieder – zumindest zeitweise – so etwas wie einen Sinn. Und mancher wagt sogar im Augenblick der Agonie einen Neuanfang.
5 morgen ist der Versuch 5 individuelle Handlungen zu paragraphieren, 5 Tätigkeitsverläufe, die sich verändert haben, in der Sekunde des Bewusst werdens des Krieges, beim aktiven Eintreten in ihn, immer auf Suche nach der Bestimmung jedes einzelnen.
Von Fritz Kater
Regie Armin Petras
Mit Andreas Leupold (Paul), Holger Stockhaus (August), Anja Schneider (Loretta), Hanna Plaß (Missy), Manja Kuhl (Julia)Bühne Natascha von Steiger
Kostüme Patricia Talacko
Video Rebecca Riedel
Musik Thomas Kürstner, Sebastian Vogel
Choreographie Berit Jentzsch
Dramaturgie Carmen Wolfram
Premiere am 26. Oktober 2013
Am Schauspiel Stuttgart, Nord
Produziert vom Schauspiel Stuttgart
Im Rahmen des TERRORisms Projekts der U.T.E.
Text erscheint als E-Book bei CulturBooks
Kostenlos im deutschen Original & in englischer Übersetzung
Letzte Vorstellungen am 27. und 28. Juni 2015, jeweils 19:00
Im Rahmen des TERRORisms Festival Stuttgart
Vorstellung in deutscher Sprache mit englischen Übertiteln
Published on 10 April 2015